Foto: Namics
Im Leben kann es schnell passieren, dass man seinen Traumberuf aus den Augen verliert. Besonders wenn man auf monatliches Gehalt angewiesen ist, greift man schnell mal zu einem beliebigen Beruf, um sich einen gewissen Lebensstandard erfüllen zu können. Wenn das passiert, vergessen jedoch viele Menschen was sie ursprünglich wirklich wollten.
Das Geld hat gepasst, die Arbeitszeiten waren flexibel und die Aufgaben überschaubar. Warum also nicht erst mal annehmen? Danach kann man immer noch wechseln.
Wer so eine vorübergehende Verpflichtung einmal eingeht, setzt sich der Gefahr aus, sein eigentliches Ziel und seinen Traumberuf aus den Augen zu verlieren. Sicher kennen Sie auch solche Menschen, die sich schon jahrelang mit irgendeinem Beruf über Wasser halten, anstatt dieselbe Energie in ihren Wunschberuf zu investieren.
Doch was ist mit Ihnen, haben Sie mit den Jahren Ihren Wunschberuf aus den Augen verloren?
Beschäftigen Sie sich zurzeit mit Dingen, die Ihnen in Wirklichkeit überhaupt nichts bedeuten?
Sagen Sie nicht zu schnell „nein“, sondern lassen Sie sich einige Minuten Zeit, bevor Sie darauf antworten.
Erinnern Sie sich an Früher. Sind Sie heute da, wo Sie schon damals immer sein wollten? Und noch wichtiger: Sind Sie mit dem zufrieden, wo Sie heute sind? Wenn nicht, sollten Sie die aktuelle Situation jetzt überdenken. Vielleicht finden Sie sich in den folgenden Argumenten wieder.
Sie haben es gemacht, weil Sie das Geld brauchten
Wer seine Unterkunft bezahlen oder seine Familie ernähren muss, sollte keine großen Ansprüche an den Beruf stellen dürfen – das nehmen zumindest viele an. Die Wenigsten bedenken, dass man „Brotjobs“ machen kann, um den Lebensunterhalt zu sichern und sich nebenbei den Dingen widmen kann, die einen wirklich interessieren. Sobald das gut läuft, kann man ganz auf den Traumberuf umsteigen.
Die meisten machen jedoch es anders: Sie haben sich mit ihrer unbefriedigenden Situation angefreundet. Sie sagen sich, dass es ja eigentlich doch nicht so übel in der Firma ist. Sie bekommen zwar nicht gerade viel Lohn, aber es reicht zum Leben.
Was denken Sie: Arbeiten Sie in einem Beruf, der „gar nicht so übel“ ist?
Oder haben Sie sich Ihren Beruf wirklich von Herzen ausgesucht?
Sie machen es, weil der Job sicher ist
Viele vertrösten sich, indem sie sagen ihr Job wäre „sicher“. Bei genauerem Hinschauen, stellt sich dieses Argument allerdings meist als Trugschluss heraus. Falls ein Arbeitgeber einmal rote Zahlen schreiben sollte, wird es alles dafür tun, damit sich das wieder ändert. Auch wenn das bedeutet, dass er einige Angestellte entlassen muss. Die Sicherheit im Beruf ist sehr oft eine Illusion.
Und überhaupt: In Beziehungen riskieren wir auch die Einsamkeit, nur um den Partner zu bekommen, den wir uns wünschen. Oder würden Sie mit jemandem zusammen sein, den Sie eigentlich gar nicht ausstehen können, nur weil Sie wissen, dass die Person Sie niemals verlassen wird?
Ich habe schon so viel dafür gemacht, ich kann jetzt nicht mehr aufhören
Ein weiteres Argument ist die investierte Energie in einen Beruf, eine Ausbildung oder ein Projekt. Man kann es jetzt nicht mehr aufgeben, weil es einfach zu viel Zeit und Mühe gekostet hat.
Auf den ersten Blick scheint dieses Argument wahrscheinlich noch das nachvollziehbarste zu sein. Denn wer sich schon etwas „Großes“ aufgebaut hat, braucht lange Zeit, bis er wieder diesen Stand erreichen wird – so zumindest die Annahme.
In Wirklichkeit würde man einen ähnlichen Stand viel schneller erreichen, weil man während der Zeit unglaublich viel gelernt hat und viele Erfahrungen sammeln konnte.
Wer diese Tatsache vergisst, erträgt unnötig Fehlentscheidung der Vergangenheit und macht da weiter, wo es eigentlich nichts bringt. Man verpulvert Energie, Zeit und Lebensqualität für eine Sache, die einem nichts mehr wert ist. Man verschwendet die wertvollen Tage seines Lebens für eine Idee, mit der man sich eigentlich gar nicht mehr identifizieren kann.
Glauben Sie nicht, dass Ihr Leben zu kurz ist, um sich mit Mittelmäßigem zu begnügen?
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